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Unerklärliches hat viele Namen - Phänomene haben noch mehr….Umschreibungen

Die Sache mit der „Achtung“

Integration

Mit der Achtung von Leben ist es wie

mit der Hochachtung von Natur, von Schöpfung

mit der Wertschätzung der Geschenke, der Güte

mit der Ehrfurcht vor Alter, vor Erfahrung

mit der Duldung anderer Kulturen, anderer Hautfarbe

mit der Erkenntnis, dass

wir erst alles wissen, wenn wir wirklich hilflos sind

wir erst „wach” sind, wenn wir einspringen

wir durch Distanz ewig quälende Fragen wecken  

© Mondreiter

Jugendkriminalität als „Ablenkung um jeden Preis“

Kriminalität

In Wirklichkeit soll der Mindestlohn ausgebremst werden

Wenn die Besonnenheit unter die Räder kommt, und das kam sie - und zwar gar nicht einmal so unerwartet stark, dann blüht die Hysterie gerade in diesem, unserem Land immer sehr stark auf. Warum nehmen auch die Ohnmachtsanfälle bei diversen Spitzenpolitikern, in den Führungsriegen der Parteien sowie bei der Bundeskanzlerin selbst gerade jetzt so stark zu, wo man klare Weichenstellungen bzw. entschlossen zupackende Hände benötigen würde, um die richtigen Hebel umzulegen? - Gerade vor einigen anstehenden Landtagswahlen? Zufall oder Berechnung?

Ablenkung heißt die Parole; Legen von Falschfährten in großem Stil. Angerichtet von den Medien, ganz im Sinne der Großindustrie, um die Hauptprobleme, die in unserem Land dringend gelöst werden müssten, über die Zeit zu bringen. Soll heißen: Unbedingte Verschleppung, um Zeit zu gewinnen - um nach Antworten zu suchen. Eines wird nämlich klar: „Die” Antworten, die wir brauchen, haben die Politiker momentan eben nicht, oder sie wollen sich nicht von „Außenstehenden” in die Suppe spucken lassen und spüren die Hand der Industrie im Nacken.

Wer die Bilder gesehen hat, wie ohnmächtig „Spitzenkandidaten” bei internen Partei-Veranstaltungen am Rednerpult standen und einzig mit markigen Worten und Sprüchen „herumhantierten”, der kann sich vorstellen, wie solche Personen ohne „Schlips und Kragen” sind, nämlich hilflos und schwach. - Diese haben keine Antworten, die dieses Land benötigt, oder sie trauen sich einfach nicht, notwendige, aber natürlich nicht gern gehörte Worte auszusprechen.  

Die Konjunkturbelebung, die ohnehin schon wieder dabei ist, flaches Terrain zu erobern, kommt in große Gefahr, wenn Mindestlohn-Vereinbarungen in trockene Tücher gelangen. Die Kaufkraft der Deutschen geht langsam aber sicher noch weiter den Bach runter, wenn aufgepäppelte Arbeitslosenzahlen wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, weil die Industrie natürlich schärfer „abwägen” wird. Es ist auch ein Hauptproblem. - Genau hier sitzen die wirklichen Drahtzieher eines gewagten Unternehmens, die einen äußerst gefährlichen Kreislauf “stimulieren”, der ein Land auch schnell ruinieren kann.

Also ließen sich die Medien, die wieder einmal eine ominöse Verschleierung ohne Umschweife einleiteten, ein weiteres Mal ziel lenken - und beschämend fehl lenken obendrein. Die Jugendkriminalität ist sicher bedrohlich, aber sie wird absichtlich hochgespielt. Hinzu kommt, dass beinahe ausnahmslos jugendliche Ausländer am Pranger stehen und pauschal als „die wirkliche Gefahr” genannt werden. Aber auch deutsche Jugendliche, die straffällig wurden, gehören dazu, wie unsere „Szenen” eben auch, wenn von einer nicht kalkulierbaren Bedrohung gesprochen wird. - Das sollten wir nicht vergessen.

Das Wort „Erziehungscamps” macht derweil eine große Runde, obwohl die Kufen der Schlitten immer über stumpfes Pflaster gezogen werden. Die Zahlen der Wiedereingliederung sprechen gegen solche Einrichtungen. Man kann auch Jugendlichen nicht etwas „einbläuen”, was sie in ihrem Leben gar nicht - oder nur bedingt kennen gelernt haben. Viel wichtiger wäre, dass man darüber debattiert, wie der „Verlust von Werten” überhaupt zustande kommen konnte.  

Die Rückfallquote der jungen Straftäter, die im Camp („was für ein Wort” - in diesem Zusammenhang) solchermaßen geläutert werden sollen, ist enorm hoch - also mehr als, fragwürdig. - Der Staat flüchtet weiter aus der wirklichen Verantwortung, weil er die „Hoffnungs-Zielgruppe eines jeden Staates”, denn das sind die Jugendlichen nun einmal, seit langer Zeit nur ziellos herumirren lässt, anstatt sich ihrer anzunehmen. - Gestützt wird bestenfalls die Elite der Jungen. Deshalb hat Deutschland hier auch keine erfolg versprechende, starke „Breite” mehr.

© Mondreiter                    

“Potzblitz, ein neuer Tag - ein Feiertag!”

Neuer Tag 

Ein stinknormaler Blitz darf auch nicht mehr das sein, was er früher mal war. Er lässt zwar immer noch den gleichen Dampf ab und schert sich einen Dreck um Sonn- oder Feiertage, um Standort, Wert und Beschaffenheit der Orte, die er heimsuchen will: Aber sein ehemals schnurstracks vorgetragener Zündeltrieb wird immer häufiger abgewehrt, bewahrend umgeleitet, ableitend fehlgeleitet. Fehl am Platz ist er immer.

Die geladenen Himmelsgeburten scheinen das nicht zu raffen - oder sie sind heute schon hochgradig verwirrt, wenn sie einer neuen Irritation in die Arme laufen. So kommt es natürlich vor, dass der exzellent Geladene beim Niederzucken auf Ziele trifft, die er nie und nimmer anvisiert hatte. Experten sprechen dann von kapriziösem Verhalten, von  unschlüssigen Verhaltensmustern - auch von Zufällen. Ich merke dann immer an, dass es Zufälle gar nicht gibt. Davon will aber kaum jemand etwas wissen. - Sie lassen mit ihren dürftigen Deutungen aber wenigstens die Kirche im Dorf. Wahrscheinlich deshalb, weil Kirchen immer am besten bewehrt sind. Was sollen sie auch sonst sagen. - Der gemeine Blitz gehört zu uns wie der Feiertag, der Hurrikan und die Sonntag-Ausgehkleidung. - Wer schützt ihn eigentlich?

Als ich diese Gedanken gerade verhackstückt hatte, stand ich mit Golfo schon vor der Tür. Wer uns bemerkte, hätte sich nichts dabei denken können. Alles war in bester Ordnung. Der Feiertag begrüßte uns - ein Ausgeh- und Gammeltag, ein Besuchs- und Freudentag, ein Tag für die Familie. Hier die gute Laune, Unbeschwertheit, feierlich umwehte Gesichtsausdrücke - dann, hinter der nächsten Ecke, plötzlich der Verriegelt-Und-Verrammelt-Blick; manchmal auch eine ganze Gruppe Gebeutelter, die so geht, wie sie blickt - selten ohne Stock. Diese Leute sind versessen auf das Vermessen sich nähernder Passanten. Man kommt sich vor, als sei man beim Schlechte-Gedanken-Auftrieb in Obergrimmlingen.   

Golfo hatte plötzlich seinen Spieltrieb wieder gefunden und stürzte sich wie ein Zinshahn auf eines der letzten Vorjahresblätter, die bei leichtem Wind wie Schmirgelpapier über den Gehsteig schrappen. Er begrub es mit den Vorderpfoten und zerfledderte es vorbildlich. Der Vorstehhund steckt und lauert in seinem Blut, wie ein Angsthase im hohen Kraut des Möhrenbeetes verharrt. - Mein Hund eben!

„Ach, sieh an, Familie Eichseidel ist ja auch….und so früh schon…”, dachte ich gerade und wurde direkt an der Straßenecke stehend aufgehalten. Hier mein Drang nach vorn, dort Golfo an der voll ausgerollten Leine. Sie kamen auf uns zu, aber sie sahen nur mich. Golfo wuselte noch hinter den von Büschen abgeschirmten Mülltonnen eines offenen Vorgartens herum und dachte gar nicht daran….! - „Ach, was soll es”, dachte ich kurzerhand und bekam den entschlossenen Blick für allzu peinliche Momente, „wo er pinkelt, da könnte nach Lage der Dinge auch schon mal ein Adliger stehen und sich genüsslich ent….., weil gut Ding eben auch Eile hat!”

Als die Familie wortlos vorüberging, schaute ich natürlich zur nächsten Dachrinne hoch. Hinter den Büschen tat sich wenig. Golfo hat, das weiß er ganz genau, unter meiner Führung immer genug Zeit zum Nachdenken. Diesmal begrüßte ich sein langatmiges Ausharren und malte mir aus, wie er sich in Wort- und Gedankenspiele verstrickt haben könnte. Da er beim Schnüffeln mitunter auch zu „grunzen” beginnt, wurden diese Augenblicke etwas erträglicher. Ich empfinde so etwas ohnehin als extrem harmonisierend.  

Die Bänker-Familie zog langsam, für mich natürlich viel zu trödelig, an uns vorbei. Er vorneweg, die lautlosen Töchter im Windschatten der Mutter hinterher. Alle mit gebührendem Abstand zum Ernährer. Immer wenn ich Familien artig um das Eck schlendern sehe, schaue ich kurz in die Augen der Ehefrauen und weiß eigentlich immer, was die Stunde geschlagen hat. Es ist, als wenn ich in Ausweisen blättere, die mit einem Gefühlsbarometer gekoppelt sind. Zugegeben: Natürlich lasse ich mich auch schon mal irritieren und finde mich auf einer Scheinfährte wieder!  

Hier, so verklickerte ich Golfo anschließend ganz ausführlich, waren wir einem Herrn begegnet, der bald in der richtigen Partei, Position (mit Profilneurose) auf kommunaler Ebene, sozusagen als Bewährungsprobe, auch schon mal Eier in Nester anderer Leute legen wird. Dreimal das „P” am Morgen - dazu das Pinkeln von Golfo. Dann wurde ich abgelenkt, denn Paul kam Schwanz wedelnd näher.

Ja, und dann war auch noch Pause angesagt.

© Mondreiter

Tag der Bilder

Mystischer Ort

Heut, glaub ich, ist der Tag der Bilder
kein Film gab je nur eines von dir preis                   
und doch - in vielen, hab ich mir gesagt
lag oft dein Schatten im Schwarz-Weiß….
und oft auch hinter Bäumen                                                       

Wir haben eine Nacht durchtanzt und
Traumgedanken weckten uns - ich habe
dein Gesicht gesucht und fand nur,  
was das Herz mir spricht - und auch die Gabe….
dem Zauber zu erliegen..

Ich fühl` dich brennend - bist ganz nah,                   
will kein Gesicht mehr - nur den Atem      
der Hauch verspricht mir…..du bist da           
du bist, die ich immer wusste - du
wirst mir immer wunderbar.

© Mondreiter   

Liebe und Abschied

Zauberwald
                                                                                              Foto: Anja

Ich bin glücklich
Ich habe deine Liebe gefunden
Die Euphorie gibt mir alles in die Hand
Der Himmel ist mir ganz nah
Es ist wie das Fliegen im Traum
Ich kann lieben - also kann ich auch fliegen

Der Abend kommt. - warm ist es mir, aber ich zittere
Der Abend bringt die Gedanken und die Fragen mit
Der Abend ist die Traumstunde und die Fragestunde
Der Abend ist aber auch der Vater aller Sinne
Er deckt mich zu - er schließt meine Augen - er bringt die Ruhe
Ich friere etwas - und ich weiß nicht warum

Ich muss einfach gehen  - vielleicht für immer weg
Für immer - immer…. alles scheint endgültig und bestimmt
Ich kann gehen - ich will gehen - wohin führt der Weg
Er wartet - ich will zu ihm -  in dieses neue Land
Wer kann mich verstehen - ich liebe und gehe - liebe und fliege
Ich liebe euch hier - aber ich will meinen Weg gehen

Der Abschied kommt näher
Das Reisebüro wartet - mir kommt`s vor, auf mich ganz allein
Kann ich mich überhaupt verabschieden
Es gibt diesen Abschied nicht - alles bleibt doch wie es ist
Das Land, die Stadt, meine Kindheit - alles bleibt mir
Was kann ich tun - Abschiedstränen helfen mir

Er sagt…. du kannst keine Tür schließen - alles liegt in dir
Der Abschied wird kommen - ein schwerer Tag
Viele Fragen - Tränen….viele Fragezeichen und Hoffnung
Weil ich vertraue, habe ich so viele Fragen
Wer skeptisch ist, schließt viele Türen - ja, ich weiß es
Wir lieben - wir lieben das Fliegen - gib mir deine Hand

© Mondreiter

Erzählung “Zeiten der Annäherung”

Spatz auf Pflastersteinen 

Ich hatte angekündigt, dass ich an einer Erzählung arbeite und diese sofort nach Fertigstellung veröffentlichen werde.

Nun ist die unbearbeitete Fassung fertig geworden (rechtzeitig zum Jahreswechsel) und ich hatte sie gestern auf die Seite 1 gestellt. Dabei war mir klar, dass alle anderen Beiträge auf Seite 1 dadurch eben weit nach unten rutschen und endloses Scrollen nötig ist, um sie lesen zu können.

Ich habe mich dafür entschieden, die Erzählung als PDF-Datei über meinen Server zugänglich zu machen. Den Link findet ihr hier (bitte anklicken):

http://www.mondreiter.com/files/Zeiten_der_Annaehrung.pdf

Ferner findet ihr die Erzählung auch unter der Rubrik „Erzählungen” - auf dieser Seite rechts (unter Kategorien).

LG Mondreiter

Journalistische Sorgfaltspflicht und “gefühlte Preise”

Geld 

Ich mag nicht beurteilen, ob nur Deutschland davon betroffen ist: Allerdings scheint es darauf hinauszulaufen, dass die „Journalistische Sorgfaltspflicht” inzwischen den Interessen globaler Medienpolitik zum Opfer gefallen ist. Es werden recht dubiose Themen aufgegriffen, um Ablenkungs- oder Verschleierungspolitik zu machen und aus Diskussionen wird eine Darstellungskunst. - Jeder weiß, was es bedeutet. Mich macht es wütend, andere ohnmächtig und viele krank und unsicher. Worauf kann man sich noch verlassen?

So kam in letzter Zeit ein Thema auf den Tisch, das zwar in der Bevölkerung „Wellen machte”, das man dann aber schnell für tot erklärte. Die Frage, „Was ist unser Geld noch wert”, wurde hinreichend ausdiskutiert - wenn man es überhaupt so nennen darf. Im Prinzip ging es immer nur darum, dem Bürger den „Dicken Kopf” wieder frei zu machen.

Nun bedient man sich schon des viel sagenden Wortes „Gefühlt”, mit dem uns die Meteorologen etwas vor Augen führten, das es uns fortan erheblich erleichterte, die Garderobe für den nächsten Tag optimal abzustimmen. Jetzt spricht man  inzwischen auch von einer „Tatsächlichen Preiserhöhung” und der tatsächlich „Gefühlten”. - Wo befinden wir uns eigentlich?

Wahrscheinlich fragten sich viele Fernsehzuschauer gestern, warum man so viel Wind macht, obwohl sich die Preissteigerungsrate laut Statistisches Bundesamt „gerade mal” um einige Prozentwerte „Hinter dem Komma” verändert hat. Da ist es irgendwann klar, dass sich auch vor dem Komma etwas tut - wir also bei 2 „Prozentpunkten” zum Stehen kommen. - Nein, es stimmt nicht, denn zum Stehen gekommen sind wir früher.

Nimmt man alle käuflichen Waren (und das machen die Berliner Statistiker) und macht sich die Mühe (auch das taten sie wieder), die Preisentwicklung zu verfolgen, dann hat es unter dem Strich vielleicht eine Preiserhöhung von 2,5 Prozent gegeben.

Nun wurden viele Artikel erheblich, einige nur wenig und noch weniger tatsächlich kaum teurer. Bei Massenanfertigungen gab es Preissenkungen. Diese Erkenntnisse sind nun nicht gerade bewegend. - Journalisten nennen es eine “Nicht-Meldung”.

Eines blieb unbeantwortet: Wenn Meteorologen uns die Wetterfühligkeit so präzise mit Gradangaben vor Augen führen können, warum kann es das Statistische Bundesamt nicht? Warum war auch das ZDF nicht in der Lage, wenigstens vier oder fünf Verbraucher zu finden, die sich konkret zur “Gefühlten Preiserhöhung” äußern? Lediglich eine Dame meinte unsicher: “Na, ich glaube, dass es etwa bei 6 Prozent liegen wird.” - Der Zuschauer konnte immerhin sehen, dass man dies nicht vergessen hatte - dass man sich “bemühen” wollte.

Wir brauchen auch mehr “positiv verrückte”, nämlich kritische Journalisten. Allerdings kann man auch darüber reden, nur möchte sie niemand in die Medienlandschaft “einbinden”. Die Zeiten sind vorbei. 

Alles bleibt wie es ist - und nichts ist wie es scheint.

© Mondreiter

Meine gelegentlichen Hilferufe

 Im Mittelpunkt steht meine Tochter, die ich gelegentlich konsultieren muss. Wenn ich sie  an das „Schnurlose” bitte, weil grelle Gedankenblitze nun mal nach schnellen Antworten verlangen, dann - ja, dann wiederholt sie sich ständig und begrüßt mich nur mit: „Wat gibbet denn?”   

Nicht immer, aber schon mit schöner Regelmäßigkeit, geht es dann darum, dass es PC-Probleme sind, die mich verschreckten und zum Telefonhörer greifen ließen. Dreht es sich um mein Weblog, dann weiß Töchterchen sofort, dass ich oft den Fragenkatalog wie folgt öffne: „Damals bei 20six, da lag alles ja noch klar auf der Hand…..!” Weiter komme ich garantiert nicht, weil sie wie ein flinker Unterbrecher-Kontakt agieren kann.

Sofort weiß ich aber auch, dass ich mit meinem Anliegen gut aufgehoben bin. Ach, was tanzt da gleich für eine willkommene Wärme um mich rum. - „Worum geht es denn dieeeeesmal”, höre ich und bin jedes Mal wieder überrascht, wie zielsicher sie ins Schwarze meiner Fragenliste zu treffen versteht. - Eine wunderbare Gabe.

Notruf 

Auch gestern gestaltete sich der Gesprächsauftakt zwischen uns nicht anders. Allerdings fiel ich diesmal buchstäblich mit der Tür in den Flur: „Ich kriege hier bald einen Fön!” -  Kaum war es heraus, schoss mir auch schon durch den Kopf, sie damit vielleicht arg verschreckt zu haben. Viel Zeit bleibt mir allerdings nie, die Vermutungen in trockene Tücher zu bringen.

Wieder einmal schien sie davon besessen, mich ganz schnell in ruhigere Fahrwasser segeln zu lassen. Sie zielte richtig: „Geht es  w i e d e r  um den PC?” - Da war ich mir natürlich völlig sicher, dass meine gelegentlichen Hilferufe bei ihr auch etwas anderes auslösen können als blanke Freude darüber, dass sich ihr „Pa” endlich mal wieder bei ihr meldet. Andererseits ist es doch, wenn wir mal ehrlich sind, gerade in diesen Jahren so, dass die technische Entwicklung dieser belämmerten, weil dauerstörrischen Computertechnik - dass sie sich dermaßen schnell…………nun gut!

Will sagen: Es gibt ja auch die Super-Tuper-Freaks, die nachts am PC einschlafen und morgens von ihm an die Kaffeetafel gebracht werden - weil nachts im DVD-Laufwerk immer eine Scheibe Toast liegt, um damit die Betriebstemperatur des blechernen Lieblings runterfahren zu können. Wenn man diese Enthusiasten mal ganz kurz zu Rate ziehen will, wird man erst einmal von unendlich langen, drögen Passagen eines PC-Handbuches in eine dunkle Gasse geschickt, wo dann für einen selbst gar nichts mehr läuft.

 

Außerdem kommt man („verdammt noch mal”) durch Unmengen von Bezeichnungen und neuen Wortschöpfungen ins Straucheln, die allen Nichtsahnenden, wenn sie sich denn mit einem Ohr in Gespräche zwischen coolen Computertechnikern und verzückten Freaks „reinhängen”, zwar so schnell wieder entfallen wie sie auf uns zu kommen - die allen gewöhnlichen Usern aber auch Angst einjagen können. Hilflosigkeit nistet eben - zum Kuckuck., 

Ich lasse nicht locker zu behaupten, dass auch die Welt der Technik eine Leiter kennt, wie wir sie etwa von den Wetterfröschen kennen. Von allen Experten, die um ihr Weckglas herumtanzen wissen wir, dass sich das, was da für uns im Anmarsch ist, durchaus anders anfühlen kann als die tatsächliche Sch….kälte. - Auf jeden Fall: Es ist nicht mehr als recht und billig, wenn wir auch danach fragen, wie es denn für uns wohl rüberkommt.

Also muss auch zu bestimmen sein, wann jemand tatsächlich ein Computer-Depp ist - oder wie „fühlig” man dieser Vermutung letztlich auch über den Weg läuft. - Diese Bemerkungen habe ich meiner Tochter aber noch nicht stecken können. Dazu fehlt neben der Zeit auch der rechte Augenblick. Ich wollte zunächst nur mal so vorfühlen.

Wenn ich einen Störungsfall habe oder von Details spreche, die nach einem „Klick” (oder mehreren vergeblichen)  einfach nicht auf den Bildschirm eilen wollen, vermerke ich sofort mit einem Rotstift, wo und wann der Hase jeweils im Pfeffer lag. Meine Stimmungslage und ein „stimmiges Gesamtgefühl” zwingen mir dann irgendwann einen Anruf auf. Leider ergaben sich diesmal kleine Differenzen in unseren Erinnerungs-Modulen. - „Aber deshalb hattest du mich doch schon vor drei Wochen angerufen”, meinte sie vorwurfsvoll. - Ich war baff, denn ich hätte etwas anderes schwören können.

„Na, schau`n mer mal,” unterbrach sie mich mit der Standard-Bemerkung. Es war die Betonung der Worte, die bei mir auch diesmal ein mulmiges Gefühl auslöste. Es kam mir so vor, als hätte jemand in mein Anliegen gerade ein Giftpülverchen eingestreut. War sie wirklich sehr genervt? Vielleicht traute sie mir hier auch gar nicht mehr viel zu? - Ich entschied mich für eine dritte Variante, dass sie wohl „gut drauf war” und ein Späßchen machen wollte. Ja, so ist sie. - Meine Tochter eben.

Gerade vorhin - das war wieder so ein Paradebeispiel dafür, dass immer wieder einfach etwas anbrennen  m u ß ! - Ich arbeitete gar nicht mit „dieser Kiste” und war gerade am Nachdenken, als der Rechner ratterte und ratterte - und ein Ende des Tunnels nicht in Sicht war. Er wickelte das zwar im zarten, also leise schnurrenden Modus ab, aber da hab` ich ihm so was von deutlich gezeigt, wer hier der Boss ist! - Glatt abgefahren ist er bei mir. Ich strafte ihn mit sofortigem Runterfahren! Basta - Ende!

„Mit mir nicht!” - Ist doch wahr!

© Mondreiter