Im Mittelpunkt steht meine Tochter, die ich gelegentlich konsultieren muss. Wenn ich sie an das „Schnurlose” bitte, weil grelle Gedankenblitze nun mal nach schnellen Antworten verlangen, dann - ja, dann wiederholt sie sich ständig und begrüßt mich nur mit: „Wat gibbet denn?”
Nicht immer, aber schon mit schöner Regelmäßigkeit, geht es dann darum, dass es PC-Probleme sind, die mich verschreckten und zum Telefonhörer greifen ließen. Dreht es sich um mein Weblog, dann weiß Töchterchen sofort, dass ich oft den Fragenkatalog wie folgt öffne: „Damals bei 20six, da lag alles ja noch klar auf der Hand…..!” Weiter komme ich garantiert nicht, weil sie wie ein flinker Unterbrecher-Kontakt agieren kann.
Sofort weiß ich aber auch, dass ich mit meinem Anliegen gut aufgehoben bin. Ach, was tanzt da gleich für eine willkommene Wärme um mich rum. - „Worum geht es denn dieeeeesmal”, höre ich und bin jedes Mal wieder überrascht, wie zielsicher sie ins Schwarze meiner Fragenliste zu treffen versteht. - Eine wunderbare Gabe.
Auch gestern gestaltete sich der Gesprächsauftakt zwischen uns nicht anders. Allerdings fiel ich diesmal buchstäblich mit der Tür in den Flur: „Ich kriege hier bald einen Fön!” - Kaum war es heraus, schoss mir auch schon durch den Kopf, sie damit vielleicht arg verschreckt zu haben. Viel Zeit bleibt mir allerdings nie, die Vermutungen in trockene Tücher zu bringen.
Wieder einmal schien sie davon besessen, mich ganz schnell in ruhigere Fahrwasser segeln zu lassen. Sie zielte richtig: „Geht es w i e d e r um den PC?” - Da war ich mir natürlich völlig sicher, dass meine gelegentlichen Hilferufe bei ihr auch etwas anderes auslösen können als blanke Freude darüber, dass sich ihr „Pa” endlich mal wieder bei ihr meldet. Andererseits ist es doch, wenn wir mal ehrlich sind, gerade in diesen Jahren so, dass die technische Entwicklung dieser belämmerten, weil dauerstörrischen Computertechnik - dass sie sich dermaßen schnell…………nun gut!
Will sagen: Es gibt ja auch die Super-Tuper-Freaks, die nachts am PC einschlafen und morgens von ihm an die Kaffeetafel gebracht werden - weil nachts im DVD-Laufwerk immer eine Scheibe Toast liegt, um damit die Betriebstemperatur des blechernen Lieblings runterfahren zu können. Wenn man diese Enthusiasten mal ganz kurz zu Rate ziehen will, wird man erst einmal von unendlich langen, drögen Passagen eines PC-Handbuches in eine dunkle Gasse geschickt, wo dann für einen selbst gar nichts mehr läuft.
Außerdem kommt man („verdammt noch mal”) durch Unmengen von Bezeichnungen und neuen Wortschöpfungen ins Straucheln, die allen Nichtsahnenden, wenn sie sich denn mit einem Ohr in Gespräche zwischen coolen Computertechnikern und verzückten Freaks „reinhängen”, zwar so schnell wieder entfallen wie sie auf uns zu kommen - die allen gewöhnlichen Usern aber auch Angst einjagen können. Hilflosigkeit nistet eben - zum Kuckuck.,
Ich lasse nicht locker zu behaupten, dass auch die Welt der Technik eine Leiter kennt, wie wir sie etwa von den Wetterfröschen kennen. Von allen Experten, die um ihr Weckglas herumtanzen wissen wir, dass sich das, was da für uns im Anmarsch ist, durchaus anders anfühlen kann als die tatsächliche Sch….kälte. - Auf jeden Fall: Es ist nicht mehr als recht und billig, wenn wir auch danach fragen, wie es denn für uns wohl rüberkommt.
Also muss auch zu bestimmen sein, wann jemand tatsächlich ein Computer-Depp ist - oder wie „fühlig” man dieser Vermutung letztlich auch über den Weg läuft. - Diese Bemerkungen habe ich meiner Tochter aber noch nicht stecken können. Dazu fehlt neben der Zeit auch der rechte Augenblick. Ich wollte zunächst nur mal so vorfühlen.
Wenn ich einen Störungsfall habe oder von Details spreche, die nach einem „Klick” (oder mehreren vergeblichen) einfach nicht auf den Bildschirm eilen wollen, vermerke ich sofort mit einem Rotstift, wo und wann der Hase jeweils im Pfeffer lag. Meine Stimmungslage und ein „stimmiges Gesamtgefühl” zwingen mir dann irgendwann einen Anruf auf. Leider ergaben sich diesmal kleine Differenzen in unseren Erinnerungs-Modulen. - „Aber deshalb hattest du mich doch schon vor drei Wochen angerufen”, meinte sie vorwurfsvoll. - Ich war baff, denn ich hätte etwas anderes schwören können.
„Na, schau`n mer mal,” unterbrach sie mich mit der Standard-Bemerkung. Es war die Betonung der Worte, die bei mir auch diesmal ein mulmiges Gefühl auslöste. Es kam mir so vor, als hätte jemand in mein Anliegen gerade ein Giftpülverchen eingestreut. War sie wirklich sehr genervt? Vielleicht traute sie mir hier auch gar nicht mehr viel zu? - Ich entschied mich für eine dritte Variante, dass sie wohl „gut drauf war” und ein Späßchen machen wollte. Ja, so ist sie. - Meine Tochter eben.
Gerade vorhin - das war wieder so ein Paradebeispiel dafür, dass immer wieder einfach etwas anbrennen m u ß ! - Ich arbeitete gar nicht mit „dieser Kiste” und war gerade am Nachdenken, als der Rechner ratterte und ratterte - und ein Ende des Tunnels nicht in Sicht war. Er wickelte das zwar im zarten, also leise schnurrenden Modus ab, aber da hab` ich ihm so was von deutlich gezeigt, wer hier der Boss ist! - Glatt abgefahren ist er bei mir. Ich strafte ihn mit sofortigem Runterfahren! Basta - Ende!
„Mit mir nicht!” - Ist doch wahr!
© Mondreiter
Geschrieben am 22. November 2007 von Mondreiter
Kategorie:: der liebe alltag | 3 Kommentare »