In Wirklichkeit soll der Mindestlohn ausgebremst werden
Wenn die Besonnenheit unter die Räder kommt, und das kam sie - und zwar gar nicht einmal so unerwartet stark, dann blüht die Hysterie gerade in diesem, unserem Land immer sehr stark auf. Warum nehmen auch die Ohnmachtsanfälle bei diversen Spitzenpolitikern, in den Führungsriegen der Parteien sowie bei der Bundeskanzlerin selbst gerade jetzt so stark zu, wo man klare Weichenstellungen bzw. entschlossen zupackende Hände benötigen würde, um die richtigen Hebel umzulegen? - Gerade vor einigen anstehenden Landtagswahlen? Zufall oder Berechnung?
Ablenkung heißt die Parole; Legen von Falschfährten in großem Stil. Angerichtet von den Medien, ganz im Sinne der Großindustrie, um die Hauptprobleme, die in unserem Land dringend gelöst werden müssten, über die Zeit zu bringen. Soll heißen: Unbedingte Verschleppung, um Zeit zu gewinnen - um nach Antworten zu suchen. Eines wird nämlich klar: „Die” Antworten, die wir brauchen, haben die Politiker momentan eben nicht, oder sie wollen sich nicht von „Außenstehenden” in die Suppe spucken lassen und spüren die Hand der Industrie im Nacken.
Wer die Bilder gesehen hat, wie ohnmächtig „Spitzenkandidaten” bei internen Partei-Veranstaltungen am Rednerpult standen und einzig mit markigen Worten und Sprüchen „herumhantierten”, der kann sich vorstellen, wie solche Personen ohne „Schlips und Kragen” sind, nämlich hilflos und schwach. - Diese haben keine Antworten, die dieses Land benötigt, oder sie trauen sich einfach nicht, notwendige, aber natürlich nicht gern gehörte Worte auszusprechen.
Die Konjunkturbelebung, die ohnehin schon wieder dabei ist, flaches Terrain zu erobern, kommt in große Gefahr, wenn Mindestlohn-Vereinbarungen in trockene Tücher gelangen. Die Kaufkraft der Deutschen geht langsam aber sicher noch weiter den Bach runter, wenn aufgepäppelte Arbeitslosenzahlen wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, weil die Industrie natürlich schärfer „abwägen” wird. Es ist auch ein Hauptproblem. - Genau hier sitzen die wirklichen Drahtzieher eines gewagten Unternehmens, die einen äußerst gefährlichen Kreislauf “stimulieren”, der ein Land auch schnell ruinieren kann.
Also ließen sich die Medien, die wieder einmal eine ominöse Verschleierung ohne Umschweife einleiteten, ein weiteres Mal ziel lenken - und beschämend fehl lenken obendrein. Die Jugendkriminalität ist sicher bedrohlich, aber sie wird absichtlich hochgespielt. Hinzu kommt, dass beinahe ausnahmslos jugendliche Ausländer am Pranger stehen und pauschal als „die wirkliche Gefahr” genannt werden. Aber auch deutsche Jugendliche, die straffällig wurden, gehören dazu, wie unsere „Szenen” eben auch, wenn von einer nicht kalkulierbaren Bedrohung gesprochen wird. - Das sollten wir nicht vergessen.
Das Wort „Erziehungscamps” macht derweil eine große Runde, obwohl die Kufen der Schlitten immer über stumpfes Pflaster gezogen werden. Die Zahlen der Wiedereingliederung sprechen gegen solche Einrichtungen. Man kann auch Jugendlichen nicht etwas „einbläuen”, was sie in ihrem Leben gar nicht - oder nur bedingt kennen gelernt haben. Viel wichtiger wäre, dass man darüber debattiert, wie der „Verlust von Werten” überhaupt zustande kommen konnte.
Die Rückfallquote der jungen Straftäter, die im Camp („was für ein Wort” - in diesem Zusammenhang) solchermaßen geläutert werden sollen, ist enorm hoch - also mehr als, fragwürdig. - Der Staat flüchtet weiter aus der wirklichen Verantwortung, weil er die „Hoffnungs-Zielgruppe eines jeden Staates”, denn das sind die Jugendlichen nun einmal, seit langer Zeit nur ziellos herumirren lässt, anstatt sich ihrer anzunehmen. - Gestützt wird bestenfalls die Elite der Jungen. Deshalb hat Deutschland hier auch keine erfolg versprechende, starke „Breite” mehr.
© Mondreiter
Geschrieben am 8. Januar 2008 von Mondreiter
Kategorie: aktuelles

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