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Unerklärliches hat viele Namen - Phänomene haben noch mehr….Umschreibungen

Journalistische Sorgfaltspflicht und “gefühlte Preise”

Geld 

Ich mag nicht beurteilen, ob nur Deutschland davon betroffen ist: Allerdings scheint es darauf hinauszulaufen, dass die „Journalistische Sorgfaltspflicht” inzwischen den Interessen globaler Medienpolitik zum Opfer gefallen ist. Es werden recht dubiose Themen aufgegriffen, um Ablenkungs- oder Verschleierungspolitik zu machen und aus Diskussionen wird eine Darstellungskunst. - Jeder weiß, was es bedeutet. Mich macht es wütend, andere ohnmächtig und viele krank und unsicher. Worauf kann man sich noch verlassen?

So kam in letzter Zeit ein Thema auf den Tisch, das zwar in der Bevölkerung „Wellen machte”, das man dann aber schnell für tot erklärte. Die Frage, „Was ist unser Geld noch wert”, wurde hinreichend ausdiskutiert - wenn man es überhaupt so nennen darf. Im Prinzip ging es immer nur darum, dem Bürger den „Dicken Kopf” wieder frei zu machen.

Nun bedient man sich schon des viel sagenden Wortes „Gefühlt”, mit dem uns die Meteorologen etwas vor Augen führten, das es uns fortan erheblich erleichterte, die Garderobe für den nächsten Tag optimal abzustimmen. Jetzt spricht man  inzwischen auch von einer „Tatsächlichen Preiserhöhung” und der tatsächlich „Gefühlten”. - Wo befinden wir uns eigentlich?

Wahrscheinlich fragten sich viele Fernsehzuschauer gestern, warum man so viel Wind macht, obwohl sich die Preissteigerungsrate laut Statistisches Bundesamt „gerade mal” um einige Prozentwerte „Hinter dem Komma” verändert hat. Da ist es irgendwann klar, dass sich auch vor dem Komma etwas tut - wir also bei 2 „Prozentpunkten” zum Stehen kommen. - Nein, es stimmt nicht, denn zum Stehen gekommen sind wir früher.

Nimmt man alle käuflichen Waren (und das machen die Berliner Statistiker) und macht sich die Mühe (auch das taten sie wieder), die Preisentwicklung zu verfolgen, dann hat es unter dem Strich vielleicht eine Preiserhöhung von 2,5 Prozent gegeben.

Nun wurden viele Artikel erheblich, einige nur wenig und noch weniger tatsächlich kaum teurer. Bei Massenanfertigungen gab es Preissenkungen. Diese Erkenntnisse sind nun nicht gerade bewegend. - Journalisten nennen es eine “Nicht-Meldung”.

Eines blieb unbeantwortet: Wenn Meteorologen uns die Wetterfühligkeit so präzise mit Gradangaben vor Augen führen können, warum kann es das Statistische Bundesamt nicht? Warum war auch das ZDF nicht in der Lage, wenigstens vier oder fünf Verbraucher zu finden, die sich konkret zur “Gefühlten Preiserhöhung” äußern? Lediglich eine Dame meinte unsicher: “Na, ich glaube, dass es etwa bei 6 Prozent liegen wird.” - Der Zuschauer konnte immerhin sehen, dass man dies nicht vergessen hatte - dass man sich “bemühen” wollte.

Wir brauchen auch mehr “positiv verrückte”, nämlich kritische Journalisten. Allerdings kann man auch darüber reden, nur möchte sie niemand in die Medienlandschaft “einbinden”. Die Zeiten sind vorbei. 

Alles bleibt wie es ist - und nichts ist wie es scheint.

© Mondreiter

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