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Unerklärliches hat viele Namen - Phänomene haben noch mehr….Umschreibungen

Mit einem Hauch von Bewegung

Schwimmende Laterne 

Einfliegende Gedanken ähneln manchmal tollbunten Schmetterlingen, die uns mit zartem Zupfen, aber auch mit fortwährendem Anstupsen oder sanft zwickendem Zerren viele schöne Dinge einverleiben und außerdem sehr wohl wissen, wie sie mit unserer Stimmung mitfliegen und ständiges Verändern hervorzaubern, sich spielend leicht drehen und verwandeln, sich wie flatternde und dann wieder wie spielend leicht und geräuschlos rückkehrende Vögel niederlassen - uns neugierig und hellwach halten können.

Ihr schneller, warmer Flügelschlag wird von uns wie leichtes und behäbiges Gleitschwingen einer Eule empfunden, wenn sie uns anschieben und weit wegtragen wollen. Schon sind wir berührt und werden auffallend still gemacht. Einmal mehr entdecken wir vielleicht noch mehr von dem, was in uns schlummert. Eine neue Reise beginnt.

In diesen Hauch von Bewegung verstehen sie, so flink wie es wohl ein Wimpernschlag vermag, ein Karussell zu setzen, das Farben mitziehen und in einen atemberaubend rasenden, tanzenden Buntschleier verwandeln kann - in dem alles lebt und erregungsgleich zittert - und fließend bleibt. Sie bilden ein Gefüge, das uns, wie schnell oder langsam auch immer, selig-schwärmend, betörend-sinnlich, ängstlich-fragend oder furchtvoll-hoffend machen kann. Manchmal.

Und das, obwohl wir noch kurz zuvor die langen Schatten und das ekelhafte Netzwerk dieser schwarzen Flut düsterer Gedanken mit einem reißfesten Schleier verglichen hatten, der sich über die Augen legt und den klaren Blick verstellt, uns trotz Federleichtigkeit mit allen Fasern leicht am Boden halten oder mit Zerdenkformeln dem Verharren ausliefern konnte und hinter einem Vorhang dichten Nebels aus Steinbruch feste Mauern zauberte. 

  Ende eines Tages   

Alles das ist wieder verflogen, alles wieder anders. - So, als wenn wir uns entfernen und das Lachen oder Jauchzen hinter einer Anhöhe zurückbleibt, sich mit den nächsten Schritten schnell davonmacht. Als wäre einiges abrupt verstummt oder von näher tretenden Geräuschen geschluckt worden, während gleitende Reste eines Schwalls unser Ohr noch erreichen. Beinahe so, als würde eine vorüber fliegende Möwe mitten im Ruf innehalten, abtauchen und jenseits der Dünen, dicht über dem Wasser, noch einen einzigen Schrei ausstoßen.        

Viele Kleinigkeiten gesellen sich zu uns und es scheint, das alles für uns durch die Wärme geflogen ist und den lauen Luftstrom auf die Stirn gibt. So, wie wohl alles von einer entspannten Stirn nur ins Weiche fallen kann. Aberzigtausend Kribbelkäfer scheinen uns zu fesseln. Jeder für sich schon so versessen wie ein sensibel schaufelnder Maulwurf, der die abgetragene, feinkrümelige und dunkle Erde über sich aufquellen lässt wie   Kuchenteig im Zeitraffer anwächst und aufbricht. Beinahe so, als wenn sich eine schwarze Rauchglocke vor dem Himmelblau vergrößert, lautloses Brodeln erkennen lässt und sich aufzuplustern versteht. Alle Käfer zusammen aber so unberechenbar wie fleißig trippelnde, kreativ-wuselnde Ameisen, die, manchmal ganz behäbig und lustvoll, dann urplötzlich wie große Genies und mit übermächtiger Magie gesegnet, aus Unmengen von Tannennadeln ein bizarres Kunstwerk gestalten können.

Wo eben noch ein geordneter Stapel von gleichgroßen Blättern Papier in die Luft geworfen wurde, ergießt sich plötzlich etwas Ungeordnetes und Anregendes, ungemein gleitend-lebendig über uns. Hatten wir kurz zuvor noch dagesessen und konnten uns von irgendeinem Gedankenfaden zwar leiten und tragen lassen, aber nichts von den Bildern umfassend oder lebendig in Worte fassen, so sprudelt es plötzlich nur so aus uns heraus und fängt uns ein - mit einem Band, auf dem wir wieder tanzen und zurücklaufen können. Alles ist wieder da. - „Schmetterling, flieg`!”

So kann ein Hauch von Bewegung viel auf den Weg bringen. Lasten geben sich spielend der Gleitsucht des Segelns hin und Hintertüren geleiten eingelassene Haustür-Kälte wieder an die frische Luft.

Wer sagt denn, dass ein Frosch nicht fliegen kann?

© Mondreiter

  

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