Neulich hatte ich einen Traum, mit dem ich einige Tage lang nichts anfangen konnte. Kein langer Traum, aber trotzdem ein richtiger „Hingucker”. Er ist schnell erzählt. Eine Familie sitzt in der Küche beim Abendbrot. Ich erkenne nur mich - als Mann. Das ist klar. Neben mir sitzt eine Frau, die demnach wohl meine Frau sein soll.
Also mit dem Gesicht einer Fremden, aber - ja, doch….wie dem auch sei - sehr interessant jedenfalls. Auch figürlich….! Nein, sie ähnelt keiner Frau, die ich kenne. - Schön und gut. - Uns gegenüber zwei Kinder, die wohl die unserigen sein sollten. Was hätten sie auch sonst in unserer Küche….! Obwohl mir jetzt einfällt, dass mir auch dieser Ort, die Einrichtung unbekannt war. Na, lassen wir das.
Es wird also erzählt - einmal auch gescherzt. Das Übliche also. Sie ermahnt den Ältesten wegen seiner lotterigen Sitzhaltung. Ich esse ziemlich schnell. Unser Jüngster kleckert mit Joghurt rum. Die Katze eilt herbei und schleckt es auf. Was das geöffnete Küchenfenster sollte, weiß ich auch nicht. Ein Geräusch erobert den Raum und verebbt dann langsam. Da donnerte einwandfrei ein Trabi vorbei. Na, das hört man ja wohl raus. Träume mögen solche Kleinigkeiten.
Plötzlich meldet sich das Radio zu Wort. Eine Stimme ertönt und Stimmengewirr erinnert mich entweder an eine Politiker-Debatte oder den Trubel bei einem Interview. Ich lausche der Tonübertragung und merke plötzlich, dass alle mucksmäuschenstill geworden sind. Ich schaue mich um. Keiner kaut mehr, keiner spricht mehr. Die Katze sitzt wie versteinert auf der Käseglocke. Kein Witz. Irrwitzig das Ganze.
Ich tippe meine unbekannte Frau an. Ohne Erfolg. Keiner blinzelt oder rutscht auf dem Stuhl rum. Stille. „Tatsächlich”, sage ich noch so im Traum zu mir, „eine politische Debatte.” - Dann Szenenwechsel ohne technische Macken. Kein schwarzer Bildblitz, kein Flimmern. - Kurz darauf noch eine Kurzmeldung. Eine arg gepresste, pladdernde Stimme. Wie beim Vorspulen eines Tonbandes. Dann nichts mehr. - Aus, Ende des Traumes. Knapp gehalten also - kein weiteres Abgleiten - kein Szenenwechsel - keine Erotik, nichts! Schade eigentlich. Auch das macht Träume aus.
„Was will mir dieser Traum sagen”, fragte ich mich. Ich kam zu keinem Ergebnis. Es lief mir auch keine Frau über den Weg, die der Traumfrau, also der mir in den Traum gesetzten, schönen Ehefrau, auch nur annähernd ähnelte. - Das wäre es ja noch gewesen. Auch kein Kind oder eine Katze. Keiner zeigte sich. Funkstille bis heute.
Seit gestern weiß ich aber, dass mich der Traum auf etwas vorbereiten will - dass er etwas einfließen lassen möchte. Etwas, was uns dann irgendwann beschert wird und ratzfatz, wie ein missratener Braten, auf den Tisch kommt. - Einfach genial, was unser Körper schon vorher rauskriegt, so dass er sofort ein Signal in den Traum schickt. Das nur am Rande.
Da war die politische Meldung, bei der alle (ich habe in dem Moment allerdings gar nicht an mir runter geschaut) verstummten, kuschten und steif und starr dasaßen. Szenengerecht hätte durchaus Orgelspiel einsetzen können. Aber ich bin kein Regisseur - schon gar nicht dann, wenn ich ratze. Kuschen wir vielleicht zu viel - und zu schlagartig?
Was sollte aber die zum Schnabbeln verkommene Kurzmeldung? Ein Fingerzeig oder ein winkender Zaunpfahl? Wenn das zutrifft, könnte es auch eine Art Weckruf gewesen sein. Sollte es gar die Erinnerung ankurbeln, weil oftmals doch sehr viel „Blech” geredet wird - da draußen?
Na, das muss ich mir alles irgendwann noch mal anschauen. Vielleicht gibt es eine Fortsetzung. Das wär`s noch! - Morgen kann ich vielleicht schon Näheres sagen.
© Mondreiter
Geschrieben am 13. September 2007 von Mondreiter
Kategorie: traumfabrik

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