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Unerklärliches hat viele Namen - Phänomene haben noch mehr….Umschreibungen

Über unsere “Suche nach Werten”

Der Ruf wird immer lauter, dass unserer Gesellschaft im Laufe der letzten Zeit viele Grundwerte abhanden gekommen sind. Wie ein roter Faden zieht es sich durch alle Schichten. „Was wird der Jugend denn heute auch noch vorgelebt”, heißt es vielfach. - Nachgefragt: Lebst du denn selbst vor?

Heißt Vorleben nur, sich auf Erziehungsfragen zu beschränken - also der oftmals unsicheren und verunsicherten jungen Generation im häuslichen Umfeld zu zeigen, auf welche Werte es ankommt? Provokativ gefragt: Wer erzieht manchmal die Erwachsenen?
Wer nimmt sich denn „wo” aus? - Pädagogen geben sicher oft Antworten, erreichen aber die breite Masse nicht und können die Missstände deshalb nicht umdrehen. Politiker genießen heute, bedingt durch Affären oder Skandale, ihre “Sesshaftigkeit” und widerspruchslose Anpassung an “ihre Parteien-Landschaft”, eben nicht mehr in dem Maße Vertrauen und Hochachtung, wie es noch vor dreißig Jahren der Fall war. Jung und Alt 

Was „da oben” versäumt wird oder schief läuft, kommt erfahrungsgemäß „unten” immer sehr schnell an - ist in aller Munde. Dabei geht es häufig darum, wer wen benutzt - wer denn wen ausnutzt. Welche Verantwortung übernimmt heute Reich für Bettelarm, welche Fürsorge übernimmt Gesund für Krank und wie geht schließlich Jung mit Alt um?

Die hässlichen Gesichter und Fratzen einer Gesellschaft sind immer auch Spiegelbild des Kerns. - Sie vermehren sich rapide, wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet.

Es wird beobachtet, dass das ehrliche Lachen und warme Lächeln weit mehr als früher mit dem oftmals felsigen Ufer der Geringschätzung kollidiert und auch abfällige Gesten für „Den oder Die da” gebraucht werden, die sich auch oft nonverbal verachtend äußern.

Kindern kann man „nicht mal eben auf die Schnelle” vorleben, was Rücksichtnahme, Wertschätzung, Respekt, Liebe, Fürsorglichkeit, Ehrlichkeit heißt, ausmacht und bedeutet - was Werte sind.

Wer demontiert, wo und warum immer - auf den Verlust von Werten ungenügende oder keine Antworten hat, wer mit Füßen tritt und nur „mit ansieht”: Hat er es verdient, dass man ihm trotzdem die gebührende Aufmerksamkeit entgegenbringt?

Es ist enorm wichtig, wie die Antwort darauf ausfällt.

Oder sollte man sagen: „Es ist doch alles LIGHT - sei cool”?

Die Regenbogen-Presse könnte dann verkünden:
„Ein ESTEEM-CASTING muss her!”

© Mondreiter

Eine Antwort to “Über unsere “Suche nach Werten””

  1. Hallo Mondreiter,

    die Werte beginnen immer bei der Wertschätzung, die der Mensch sich selber zu kommen läßt. Wer z.B. mit dem Fingerzeit “Guck mal deerr da” auf andere zeigt, sieht sich in der eigenen Wertschätzung im ähnlichen Level.
    “Guck mal deeer da” ist alles andere eine reife Leistung und ein Überbleibsel aus den Kinderjahren.

    Auf der anderen Seite ist die eigene Wertschätzung auch gebunden aus dem Feetback an die Wertschätzung der Gesellschaft für den Einzelnen.

    Die Gesellschaft sorgt für Werteverfall, weil in ihr der Mensch schon lange aus dem Mittelpunkt gerückt ist. Damit meine ich nicht die Verfassung, in der die Menschenrechte verankert wird, doch die Umsetzung in der überspitzt leistungsorientierten Wirtschaft z.B. hat den Mensch schon längst aus dem Auge verloren.

    Eine Mutter aus meiner Yogagruppe war sprachlos, dass der Ausbildungsbetrieb sich von ihrer Tochter schon nach kurzer Zeit trennte.Sie erkrankte kurz nach Ausbildungsbeginn und das ging dem Chef über die Hutschnur. Er entlies das Mädchen kurzerhand.

    Meine Antwort darauf?

    Zum Glück hat das Mädchen gleich zu Beginn der Ausbildung einen “gesundheitlichen” Schwachpunkt gezeigt. Damit gab sie dem Chef des Ausbildungsbetreibes die Gelegenheit, sein wahres Gesicht zu zeigen.Doch das Mädchen hat für sich selbst aus dieser Erfahrung heraus vielleicht schon längst einen negativen Punkt auf ihre individuelle Werteskala verzeichnet.

    Doch der Werteverfall setzt sich heut leider dort fort, wo z.B die Verantwortung für den Verantwortlichen beginnt - sie schätzen nur noch die Werte auf den Kontostand.

    Da muß man sich nicht wundern, wenn die Zahl der Verweigerer und Ausraster unter den jungen Menschen täglich zunimmt. Während die eine Schicht resigniert, zieht die andere in einen Rachefeldzug, deren Ohnmacht nur eine Projektion auf Schwächere ist..

    Wenn es dann mal wieder eskaliert - dann geht ein nationaler Aufschrei durch das Land, der wie viele andere zuvor im Nirvana verhallt.

    Gruß Nordstrahl

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