Alles ist durch unsere Wünsche getrübt, so widersprüchlich es uns zunächst auch erscheint. - Wie das Feuer durch den Rauch, oder der Spiegel durch den Staub. - „Unsere Wünsche blenden die Seele” habe ich einmal gehört. Unser Unterbewusstsein ist unerschütterlicher und nicht zu überlistender Gradmesser für Gutes und Schlechtes - für Leicht- oder Unverdauliches - also auch für die Balance zuständig.
Ständig ist man auf einer Suche, aber das Finden will manchmal einfach nicht gelingen. Zu den Ziel- und Rastlosen werden in erster Linie immer diejenigen gehören, die für alles (was sie denn wirklich ganz an sich heranlassen) den Vollkommenheits-Level gepachtet haben. Gleichzeitig tun sie sich schwer, sich selbst zu ergründen - zu finden. Sie wanken hin und her - geben sich und anderen Rätsel auf.
Was eigentlich eine Suche nach Werten (Anerkennung, Ruhe, Liebe und Geborgenheit) ist, wird natürlich auch vom Alltag auf Tauglichkeit und Stehvermögen geprüft. Die eigenen Defizite - und die des sich ständig neu formierenden Umfeldes, des Partners und aller Kontakte - sind es schließlich, die Grenzen, Abkapslung, Distanz usw. aufkommen lassen. Wann bemüht man sich hier wirklich? Das „Eingemachte” ist manchmal lästig, wird verschoben.
Wer sich regelmäßig vom „Kopf” lenken lässt, argumentiert oft mit den „Summen von Dingen” - sein Unterbewusstsein ist aber, wie bei jedem von uns - ein „Rechner” wie von einem anderen Stern. Es wird „für ihn” immer wieder Zeichen, klare Grenzen und Wälle auftürmen, sobald wir uns von dem entfernen, was das Unterbewusstsein für uns als gut, erträglich oder auch unakzeptabel - OHNE WENN UND ABER festschreibt.
Das Unterbewusstsein entscheidet, wann und für wie lange es einen „Deckel vom Topf fliegen lässt” - wann wir krank werden, weil wir die Vorzeichen nicht gesehen oder beachtet hatten. Jetzt werden wir mit der Nase darauf gestoßen, dass Wollen und Müssen zwei grundverschiedene Schuhe sind. Unsere so sorgsam gehüteten oder gar aufgepäppelten Maßstäbe werden uns „mit einem Hieb” aus der Hand genommen.
Der Moment ist gekommen, wo wir offene Ohren dafür bekommen, welche Uhr „da drinnen” wirklich läuft. Wir leiden dann solange, bis wir unseren wirklichen Weg und andere Pfade gefunden haben. Komisch: Dann wollen wir plötzlich lernen. - Weil wir müssen.

Dann stellen wir auch fest, dass wir zwar großartige Dinge bewegen, leisten und scheinbar „steuern” können - aber urplötzlich einfach kapitulieren MÜSSEN. Im Griff haben wir dann reichlich wenig. Wir fürchten uns im Grunde so vor den Situationen die uns hilflos machen können, weil wir ständig an unserem „Rüstzeug” für solche Momente stümperhaft herumpfuschen und das Liegengelassene, Weggeworfene oder Nichtbeachtete gar nicht verkraftet (nämlich aufgearbeitet) haben.
Und siehe da: Wir nehmen uns plötzlich einmal zurück - entdecken vielleicht ganz andere Ufer. Merken, dass etwas „anläuft”. Neue Maßstäbe - neue Erkenntnisse - die Akzeptanz wird größer. Wie schön plötzlich viele Dinge “ganz anders” in Bewegung kommen. Die Uhr läuft ruhiger - eine neue Beziehung bahnt sich vielleicht an und schüttelt erstmals auch vieles vom hausgemachten Dauerstress ab. - Dazu gehört immer auch, dass man „da drinnen” wirklich frei ist - und sich nicht nur so fühlt.
Wer Beziehung, Liebe, Geborgenheit, Wärme und „Rückmeldungen” will, hat sich auch von den ehemals so wichtigen Eckpfeilern eigener IDEALVORSTELLUNGEN zu lösen. Wer bereit ist sein EIGENES, hier und da immer etwas klemmendes Puzzlespiel aufzulösen und endlich ganz neu einzusteigen, hat Chancen auf die Erfüllung seiner Hoffnungen.
Wie man staunend dasteht, weil uns plötzlich schöne Dinge ganz tief berührt haben, die ans Herz kamen und für eine schöne Unordnung sorgten - statt des vertrauten Gefühles der Leere eine ungeheuer sanfte Wärme eingelassen haben. Etwas, was einem wie ein angenehm kühler Luftzug über das Gesicht streicht, wenn man sich in großer Hitze im Schatten aufhält.
Wir bemängeln an der Schulmedizin ständig, dass sie sich seit jeher mit der Bekämpfung von Symptomen beschäftigt - den Ursachen aber nur selten auf die Spur kommt. Unsere „Single-Welt” war ja einmal das „Ideal einer neuen Lebensform”. Mittlerweile glaubt man seinen Augen nicht mehr zu trauen. Es ist der Krankheitsherd einer Nation geworden. Eine wahre Fundgrube für „Unerledigte Angelegenheiten”.
© Mondreiter
Geschrieben am 11. September 2007 von Mondreiter
Kategorie: erkenntnisse
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