Der Mondreiter war ein Wesen, das für alle bis zum heutigen Tage ein Rätsel blieb. Ein Geschöpf, das die Galaxien bestens kannte und den Mondschatten gar nicht liebte. Immer wieder trieb es ihn weit hinaus.
Die Farbenpracht wollte er erleben dürfen, von der ihm irgendwann in dieser grellen und mattweißen Welt einmal jemand berichtet hatte. Einer, der in der Galaxie viel herumgekommen war. Dabei liebte er eigentlich das Verweilen - und war darum bemüht, in Gedanken versunken neue Ufer zu entdecken. Aber nun wollte er weg vom Grellen - hin in eine Harmonie voller Farben.
Eines Tages machte er sich auf den Weg - und er sollte lange unterwegs sein. Vorbei an der Milchstraße mit ihren grellen Verlockungen und hinaus in eine Weite, die im Halbschatten lag.

Es vergingen Lichtjahre um Lichtjahre und er überlegte ständig, ob es die Erfüllung seines Traumes wirklich gibt. Eines Tages, als er gerade etwas übermütig hin und her kurvte - mit den Gedanken ganz bei der Frage war, ob der Stern dort hinten nicht schon lange “ratzfatz-weg” ist, obwohl er gerade in seinem Lichte badete - da tauchte aus dem Nichts plötzlich eine blaue Kugel auf, die größer und größer wurde.
Atemlos trieb er darauf zu - schaute hin und dachte doch nichts - war gefangen von einem Blau, das er noch nie gesehen hatte. Er merkte, daß er irgendwie angezogen wurde und wenig später tauchte er ein in eine Luft, die seine Schläfen kühlte und es schien ihm, als hätte sich eine warme, weiche Hand auf seine Stirn gelegt. Er entdeckte braune Flächen, die größer und größer wurden. Dazwischen blaue Kleckse und schließlich ein Grün, das ihn vollends faszinierte.
Und da hinten - was war das. Ein Bogen - ein riesiger Reif, der nur zur Hälfte sichtbar war. Schillernde Farben -atemberaubend. - Er bremste ab und setzte sich auf den obersten Rand des Regenbogens.
Ihm war schwindelig, er suchte nach Ruhe und doch war ihm, als wäre es ein sicherer Hort der Geborgenheit. Vom ersten Augenblick an. So phantastisch wie das Mystische - die Magie.
Es faszinierte ihn das Unbegreifliche - er zog sich beim Ausharren in ehrlicher Ehrfurcht zurück - verlor sich im Staunen. Schon wenig später reifte in ihm der Wunsch, sich von hier nicht wieder zu entfernen. Er blieb - und ständig brannte es in ihm lichterloh.
Später fand er eine Erklärung dafür. Es war wohl der innige Wunsch, es teilen zu wollen - einfach darüber sprechen zu müssen. Schliesslich war ihm dieses Verlangen nicht fremd. Es hatte ihn schon einige Male “da drinnen” in heillose Unordnung gebracht.
© Mondreiter
Geschrieben am 11. September 2007 von Mondreiter
Kategorie: märchen
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