Es gibt Missverständnisse und Missdeutungen. Gleichzeitig sind Fehleinschätzungen unterwegs. Häufig kommt es vor, dass Unverständnis und Missverstand daraus hervorgehen, dass trotz zahlreicher, eigentlich unmissverständlicher Aufzählungen, die einen Standpunkt hinreichend beleuchten, ein neuer Missstand erwächst. Dichter Nebel kommt erst dann auf, wenn jemand mit aller Macht missverstehen will. Dann ist es mit der Ausleuchtung endgültig Essig.
Oft erleben wir scheinbar Kurioses. Wenn das der Fall ist, ist es oftmals auch schon zu spät, das Favorisieren eines Weges wegzureden, wegzudenken oder begehbar zu halten. Dann kann es sein, dass wir Unverstand in seiner reinsten Ausstrahlung erleben und von Wellen dahin getragen werden, wo Standpunkte erläutert werden sollen, tatsächlich aber überwiegend Eckfähnchen gesetzt werden und wo an der Verteidigung von Handlungsweisen gebastelt wird. - Der, um den - oder das, um was es dabei geht…….ist da nicht der springende Punkt. So etwas geht immer über die betreffenden Köpfe hinweg - aber trotzdem rollen sie häufig.
Eva Herman wurde gefeuert. Der NDR-Programmdirektor setzte die Moderatorin und Autorin auf die Strasse. Die Boulevard-Presse schnalzt mit der Zunge und wittert Großes (Dreckiges). Wie werden ihre Kollegen reagieren? Werden sie den Verlust bedauern und ansonsten mit den Spatzen pfeifen? - Wir wissen jedenfalls, wie oft Missverstand und Unverständnis dazu führen, dass Diffamierung und Bloßstellung einer Person aufleben können.
Eva Herman hat nicht mehr und nicht weniger gesagt denn das, dass Adolf Hitler - ja, dass dieser Machthaber, dieses Regime, auch Positives angestoßen, hervorgebracht und umgesetzt hat. - Niemand hält es für anstößig, wenn beispielsweise von „Errungenschaften” des ehemaligen DDR-Machtapparates gesprochen wird, wo ebenfalls für die Familien und Kinder viele soziale Werte geschaffen wurden - wo positive Dinge ausgekostet werden konnten.
Wo ist denn in diesen Vergleichen irgendeine „Verherrlichung eines Regimes” zu erkennen? Stößt man sich an dem Wort „Mutterkreuz”? - Kinder, das hieß damals eben so. - Wie gehen wir inzwischen mit Andersdenkenden um? So müssten wir fragen.
Wo bleibt denn der Respekt? Wenn wir die Argumente und Handlungsweisen Andersdenkender auch nicht verstehen können (oder wollen), so kommen wir nicht umhin, menschlich faire Spielregeln im Spiel zu lassen. Auch Unsympathie kann doch nicht dazu führen, dass wir jemanden verdammen, vielleicht späteres Diffamieren anzetteln und generell respektlos runterziehen und kleinmachen.
Haben wir es verlernt, uns mit den wesentlichen Dingen auseinander zu setzen? Will man das überhaupt? Wenn Pauschalierungen, oberflächliches Ausgrenzen oder ein brodelndes „Vergehens-Süppchen” einer vorbehaltlosen Diskussion vorgezogen und favorisiert wird, um der couragierten Moderatorin „voll an die Wäsche gehen” zu können (denn das will man offensichtlich), dann scheinen in Deutschland zukünftig noch ganz andere Vergehensweisen denkbar.
Der Rauswurf von Eva Herman ist ein Armutszeugnis. Einen „Fall” gibt es nicht. Vielleicht hat man aber gerade ein neues Fahrwasser ausgehoben.
© Mondreiter
Geschrieben am 10. September 2007 von Mondreiter
Kategorie: aktuelles
Hallo Mondreiter,
ja, gestern schlugen die Wellen hoch und das werden sie aicher noch eine Weile blieben.
Ich beschäftige mich auch mit dem Sinn der Familie von heut und suche nach Antworten auf viele Fragen. Da bleibt ein Vergleich von damals und heut auch nicht aus. Die zahlreichen Bücher die ich las, in denen halten die Verfasser sich an archaische Naturvölker (sie haben noch keinen politischen Hintergedanken) und vergleichen die Veränderungen des zu heut, in der die Familien in der Tat einen schweren Stand haben.
Geht heut die Selbstverwirklichung der Fau über die Familie hinaus? Warum können die alten Rollenmuster nicht aufgehoben werden um neue zu schaffen?
Ich wuchs im Machtapparat der DDR auf und kenne die Zeit der Pioniere und FDJler aus eigenem Erleben und finde heut, soetwas ähnliches müßte es heut geben - eine Gemeinschaft junger Menschen über Elternhaus und Schule hinaus. Also auch ich komme ohne einen Rückblick in die jüngste Vergangenheit nicht aus. Doch das System stürzte wie ein Kartenhaus ein nd damit die Pioniergruppen und Ähnliche :-). Eine, wenn auch teilweise, Wiederbelebung ist ausgeschlossen, weil der politsche Hintergrund fehlt.
Doch ein auch schon der geringste Schmiegekurs mit Teilen der Hitlerpolitik - wie Eva Herman es in der Pressekoenferenz zu ihrem Buch durchblicken lies - ist gefährlich und zwingt jedes Öffentlchen Unternehmen dazu Stellung zu beziehen. Was seine Mitarbeiter öffentlich zum Besten geben hat eine anderes Gewicht, als das, was z.B. ich sage. Ich glaube, der NDR tat, was er tun mußte - sich distanzieren.
Was ich persönlich glaube ist, das Eve Herman eine tiefe Sehnsucht nach einer heilen Familien schon zu Kinderzeiten so sehr kultiviert hat, dass diese heut ihre eigenen Blüten treiben.
Oder eine andere (unpolitische Variante) - Eva Herman versuchte uns ihr unausgegorenes Gedankengut als klaren Wein einzuschenken. Manchmal ist es besser, dass sich die trüben Gedanken erst einmal als Bodensatz auf den Grund sinkt, damit er entfernt werden kann.
Das was Eva Herman wollte ist sicher richtig, doch hat sie die falsche Brücke gewählt.
Und ich glaube, in einer Zeit, wo der Staat um Geetze ringt um den Rechtsradikalismus seines Landes in den Griff zu bekommen, sind die öffentlichen Äußerungen von Eva Herman politisch unklug. Ich sehe sie da auch in der Veranwortung als öffentliche Person.
Gruß Nordstrahl
Stümmt. Bei mir gibt’s auch auf keinen Fall Eva Herman.
Eva Herr-Mann….hmhm…. ein Trauma??? Und dann noch “Eva”… tses.
@majoky. das ist eine klare aussage. etwas oberflächlich zwar und hinsichtlich der wortspielereien tatsächlich auf ein trauma schließend - sogar mit überleitung ins “braune” fettnäpfchen. - wann bekommt man so etwas schon mal. trotzdem vielen dank.
Es steht dir frei ,es zu löschen. Weitere Kommentare wird es von mir nicht geben.
Hallo Nordstrahl,
inzwischen hat sich der Wind beinahe wieder gelegt. Es ist nichts passiert. Es wundert mich nicht.
Auch ich bedauere, dass es keine Anstrengungen gibt, für die Jugend sinnvollere Übergangslösungen zwischen Schule und einem tatsächlichen Arbeitsbeginn zu schaffen. Ebenfalls für Schulpflichtige selbst. - Muß es tatsächlich so sein, dass sich so etwas nur mit einer anderen Staatsform realisieren läßt?
Es fallen immer einige unbedachte Worte. Ob in der Politik, im Management…und, und, und! - Es gibt aber Fälle, wo die fällige Schelte wegen Unbesonnenheit ausbleibt - und stattdessen der eiserne Besen kehren “soll”.
Eva Herman (da bin ich mir sicher) hatte diese Varianten der Überreaktionen schon etwas früher einbezogen. Überrascht war sie wohl nur davon, dass man tatsächlich aus einer Eintragsfliege einen Elefanten formt.
Die “Reaktion gegen Eva Herman” war eingefädelt. Man wartete nur auf einen neuen Ausrutscher. Dieser wäre bei jedem Anderen auch gekommen. Wer sich von Provokation umzingelt sieht, macht es immer - irgendwann.
An das “unausgegorene Gedankengut” mag ich nicht glauben. Es waren Worte zu einem Zeitpunkt, wo sie nicht vertragen werden konnten. Also auch eine dieser falschen Brücken.
In diesem Staat genießen rechtsradikale Versammlungen oder Aufmärsche telweise immer noch bessere Chancen auf Genehmigung denn linksextreme Anliegen, was die jüngste Zeit auch noch deutlich zeigt. - Dieses Ungleichgewicht behindert. Der Staat tut nicht genug oder steht sich im Genehmigungsgerangel selbst im Wege.
LG Mondreiter
Wenn Tausenden von Bürger über Eva Herman sprechen und mit ihr sich solidarisien,
wenn davon nicht nur in Deutschland, sondern in meheren Länder der Welt (von Kanada bis Australien), gesprochen wird;
wenn die NDR muss mit Tausenden von Briefen von Bürger wegen der Kündigung Eva Herman aus politischen Gründen konfrontieren und einge Briefe beantworten und dabei gab es zu, dass viele Bürger das Ganze “falsch verstanden”, weil dabei es nicht um ein “Berufsverbot” ging;
wenn Thomas Bellut (der Programmdirektor) die nachfolgende “öffentliche Hinrichtung” bei ZDF muste öffenlich als nicht “gelungene” Sendung bezeichnen und auch ließ sich mit der Teilnehmern der Bürgerinitialtive Gegen Medienmanipulaion zu sprechen;
wenn zwei Autoren Arno Hoffmann “Der Fall Eva Herman” und Desiree Nick “Eva, go home” sogar die Bücher darüber schreiben -
dann doch Der FALL EVA HERMAN IST VORHANDEN will man das sehen oder nicht!
Mehr als 400.000 Menschen in Deutschland in mehr als 250 Foren haben sich nicht unbegründet zu diesem FALL geäußert: mit Solidarität, mit Eva Herman, mit Protest gegen der Medienmanipulation, mit der Ablehnung von “Inqusition”, “öffenlichen Hinrichtung”,
“Sparchpolizei “, “Hexenjagd” usw.
Jurij Below
Freier Journalist, Frankfurt
Hallo Jurij,
ich meinte auch nur, dass ich mit Blick auf die Berichte in den Medien ablehne, dass es einen “Fall Eva Herman” gibt. Sicher ist es ein “Fall”, wenn darüber diskutiert und geschrieben wird - aber eben ein anderer.
Allerdings hätte es ein “anderer Fall” werden müssen. Ich nahm an, dass man in Deutschland darüber heute anders diskutieren kann - vor allem unvoreingenommen darüberr reden kann. - Viele haben damit aber immer noch ein Problem. Die Medien wollen es scheinbar auch nicht (nicht alle) - und das ist schade.
Wenn sich bei uns einzelne Politiker ungestraft erlauben können, ganz eindeutige “Verherrlichungen” der Nazi-Zeit öffentlich zu machen, dann darf es doch wohl erlaubt sein, dass sich Eva Herman “zur Rolle der Frau gestern und heute” äußert.
Ich habe dich verstanden.
Danke für deinen Kommentar.
LG Mondreiter
Liebe(r) @Mondreiter,
ich bin nicht soweit ihre Worte:
“Wenn sich bei uns einzelne Politiker ungestraft erlauben können, ganz eindeutige “Verherrlichungen” der Nazi-Zeit öffentlich zu machen, dann darf es doch wohl erlaubt sein, dass sich Eva Herman “zur Rolle der Frau gestern und heute” äußert.”
zu verstehen.
Erstens: “ganz eindeutige”… man kann als “bewiesene” zu verstehen. Wem dem so wäre, dann sagen Sie auch WELCHER POLITIKER bei uns so was wagt zu behaupten? Bei meiner genauer Beobachtung kann ich vermuten, dass Sie etwas Dr. Philipp Jenninger, Jürgen Möllemann oder MdB Martin Hohmann damit meinen. Sie haben zwar sich kritisch über manche Zahlen oder Bergriffe der Holocaust-Semantik geäußert haben, aber von eine “Vernichtung…” war nicht die Rede und trotzdem Sie wurden am Pranger gestellt, ja aus der Öffentlichkeit gejagt.
Zweitens: in wenigen Wochen haben wir ein trauriger Erinnerungstag (für einige “Jubiläum”, für vielen ein Jahrestag). Am 9. September Eva Herman wurde von NDR mit einer Reihe merkwürdigen “Begründungen” fristlos gekündigt und noch dazu ein Monat später sogar öffentlich bei J.B. Kerner “hingerichtet”, also diffamiert.
Aber zurück zum ersten Ereignis: Der NDR Chef Volker Herres folgendes in Kündigungschrift u. a. eingegeben:
“Frau Hermans schriftstellerische Tätigkeit ist aus unserer Sicht nicht länger vereinbar mit ihrer Rolle als Fernsehmoderatorin und Talk-Gastgeberin. Dies ist nach ihren Äußerungen anlässlich einer Buchpräsentation in der vergangenen Woche deutlich geworden.”
Also es geht um eine “schriftstellerische Tätigkeit”. Laut unseres GRUNDGESETZ heißt doch im Art. 5 (1):
“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt”.
Fazit: Argumentation des Programmdirektors NDR Herres ist klar politischer Art, damit die Kündigung von Eva Herman ist die Kündigung aus politischen Gründen.
So was ist normal für solche Staaten wie z.B. früher “DDR” oder “UdSSR” hießen, Deutschland gibt sich als ein RECHTSTAAT aus. Bei uns gibt es zwar ein Arbeitrecht, welches sieht Vorstoße gegen dieses Recht z.B. bei Diebstahl, sog. Mobbing, systematische Vernachlässigung bei der Arbeit, aber, entschuldigen, nicht wegen einer “schriftstellerische Tätigkeit”. Un darum die ganze Aktion ist nicht nur verfassungswidrig, sondern auch gesetzwidrig. Selbst wenn eine Person was über “Vernichtung…” gesprochen oder geschrieben hätte.
Im Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes ist ja auch deutlich “Gleichheit vor dem Gesetz” proklamiert.
Sie haben mich ganz richtig verstanden und zugegeben:
“…dass man in Deutschland darüber heute anders diskutieren kann - vor allem unvoreingenommen darüber reden kann. - Viele haben damit aber immer noch ein Problem. Die Medien wollen es scheinbar auch nicht (nicht alle) - und das ist schade. ”
Ich würde mich sehr wünschen, wenn Sie gerade dieser GESETZLICHE Aspekt im Age behalten und statt die Menschen, die sowieso genug mit Lügen und Fälschungen jeder Art haben, zu irritieren (das ist kein Vorwurf!) einfach den Leser dazu bewegen für Ihre Rechte klar einzusetzen. Man braucht nicht lange herum zu reden und eines oder anderes, was mit Sachverhalt nicht zu tun hat, als Entschuldigung zu benutzen. Schließlich es geht nicht um Kinder, die für ihre Unfugs doch eine Entschuldigung brauchen und nicht beschimpft oder geschlagen werden, sondern erwachsene souveräner Bürger.
Also ich schlage vor, dass Sie aus diesem oder einem anderen Anlass etwas genau Dingen bei Namen nennen. Ich Schlusssatz Ihres Artikels etwas komisch. Sie schreiben:
“Der Rauswurf von Eva Herman ist ein Armutszeugnis. Einen „Fall” gibt es nicht”.
Sie bleiben sich selbst doch treu und behaupten: “DER RAUSWURF… IST EIN ARMUTZEUGNIS”. Wenn es kein Vor-, Zwischen-, oder (einfach)FALL gab, dann wo sieht man ein “Armutszeugnis”? Das nennt man lateinisch bzw. juristisch “QUI PRO QUO”.
Vor einem Jahr haben Sie sehr schnell reagiert. Vielleicht doch nun, nach einem Jahr, lohnt sich wieder drüber was zu sagen?
Herzliche Grüße
Jurij